Wie sieht eine Paraphierung aus?
Eine Paraphierung besteht in der Regel aus zwei Buchstaben. Damit es zu keinen Streitigkeiten darüber kommt, um wen es sich handelt, sollten diese klar erkennbar sein. Bei Doppelnamen (zum Beispiel Michael Schmitt-Müller) kann die Paraphierung auch aus mehreren Buchstaben bestehen.
Normalerweise paraphiert oft nur eine Vertragspartei den Vertrag. Ebenfalls möglich: Die zweite Vertragspartei setzt in Person des oder der Unterzeichnenden ebenfalls seine Kürzel auf jede Seite des Dokuments. So stellen beide Parteien sicher, dass unterzeichnete Verträge und Vereinbarungen nicht verändert oder einzelne Seiten daraus ausgetauscht werden.
Ist eine Paraphe eine Unterschrift?
Eine Paraphe ist keine Unterschrift. Der Unterschied ist wichtig – denn das Paraphieren aller Vertragsseiten ersetzt keine rechtsgültige Unterschrift. Gerade bei Dokumenten, die die Schriftform erfordern, wird eine rechtsgültige Signatur erforderlich. Einige Beispiele dafür wären in etwa
- in einem Auflösungsvertrag,
- einer Bürgschaft
- oder einem Arbeitnehmerüberlassungsvertrag.
Das geltende Gesetz ist klar: Ob zusätzlich paraphiert wird, steht beiden Vertragsparteien frei. Es gibt keine Pflicht zur Paraphierung.
Wie wird richtig paraphiert?
Die meisten Verträge und Dokumente sind so geschrieben, dass auf allen vier Seiten des Papiers etwas Platz bleibt. Für die Paraphierung wird in der Praxis – auch wenn es dazu keine offiziellen Vorgaben gibt – in der Regel in der rechten unteren Ecke jedes Blatts paraphiert.
Sie können auf zwei Wegen paraphieren:
- Manuell per Stift: Platzieren Sie der Namenszug lesbar auf jeder Seite.
- Per Stempel: Nutzen Sie einen Stempel mit Ihren Initialen für die Paraphierung.
Paraphieren Sie dabei jede Seite des Dokuments. Dazu zählen auch das Deckblatt, das Unterschriftenblatt und auch sämtliche Anhänge, sollten dieser wesentliche Bestandteil des Vertrags sein.
Welche Verträge müssen paraphiert werden?
Es gibt keine rechtliche Verpflichtung zur Paraphierung einzelner Vertragsarten. Im Geschäftsalltag findet das Paraphieren größtenteils ausschließlich im Geschäftskundenbereich statt. So sichern Sie sich gegenüber Kund:innen oder Zulieferern gegen eine nachträgliche Veränderung von Verträgen ab.

Zudem gibt es außerhalb der Geschäftswelt einen weiteren Anlass, bei dem Paraphierungen vorgenommen werden: völkerrechtliche Verträge. Dazu zählen beispielsweise Steuerabkommen zwischen mehreren Staaten. Die Paraphierung ist in diesem Fall eine Art Vorarbeit für die anschließende Ratifizierung und das Inkrafttreten solcher Verträge.
Sollte man einen Arbeitsvertrag paraphieren?
Es ist nicht zwingend erforderlich, einen Arbeitsvertrag zu paraphieren. Falls Sie sich beispielsweise als Geschäftsführer:in absichern möchten, dass Ihr:e neue:r Mitarbeiter:in nichts am Dokument verändert, das Sie als Erste:r unterzeichnen, ergibt die Paraphierung Sinn.
Gleiches gilt umgekehrt, falls Sie als Arbeitnehmer:in zuerst unterzeichnen.