Vertretung: In welchen Fällen darf man für jemand anderen im Auftrag unterschreiben?
Damit die Unterschrift „im Auftrag“ rechtsgültig ist, benötigen Sie also eine Vollmacht. Auch hier gibt es rechtliche Unterschiede, Vollmacht ist nicht gleich Vollmacht. Wir stellen Ihnen die drei relevanten Arten vor.
Einzelvollmacht / Sondervollmacht
Wer in Einzelfällen ein wichtiges Dokument im Auftrag unterschreiben lassen muss, sollte dem oder der Unterzeichner:in eine Einzel- oder Sondervollmacht erteilen. Diese ist immer zweckgebunden. Das bedeutet nicht, dass sie nur für eine Unterschrift gilt.

Eine Einzel- oder Sondervollmacht gilt für alle Vorgänge, die mit einem bestimmten Zweck in Verbindung stehen. Das kann beispielsweise ein Gesamtprojekt sein, das in seinem Verlauf mehrere Unterschriften erfordert.
Gattungsvollmacht / Artvollmacht
Eine Gattungs- oder Artvollmacht geht einen Schritt weiter. Sie berechtigt Sie als Inhaber:in dazu, bei allen Vorgängen einer bestimmten Gattung zu unterzeichnen. Das kann beispielsweise das regelmäßige Buchen von Hotels für Geschäftspartner:innen sein.
Handlungsvollmacht
Mit einer Handlungsvollmacht wird eine Person berechtigt, bei sämtlichen Vorgängen eines Handelsgewerbes im Auftrag zu unterzeichnen. Innerhalb der Handlungsvollmacht wird zwischen den beiden bereits genannten Vollmachten und der Generalvollmacht unterschieden. Bei letzterer haben Sie alle Befugnisse.
Der Unterschied zu den anderen Vollmachten: Sie unterschreiben in diesem Fall nicht im Auftrag, sondern in Vollmacht (i. V.).
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Klare Grenzen der Unterschrift im Auftrag
Die Unterschrift „Im Auftrag“ (i.A.) zeigt also nur an, dass eine Person im Namen und mit der Erlaubnis eines Unternehmens oder einer Führungskraft handelt – in Vertretung. Wichtig zu wissen ist, dass „i.A.“ keine Prokura darstellt. Prokura ist eine weitreichende, formell erteilte Handlungsvollmacht, die in das Handelsregister eingetragen wird und der oder dem Prokurist:in erlaubt, fast alle geschäftlichen Entscheidungen zu treffen. Hier lautet das Kürzel: p.p.a – per procura autoritate.
Die „i.A.“-Unterschrift hingegen beschränkt sich auf klar definierte Aufgaben und ist oft nur für spezifische, kleinere Geschäftsvorgänge vorgesehen.

Für Kund:innen und Geschäftspartner:innen ist es von größter Bedeutung, den Unterschied zu verstehen. Eine Unterschrift „i.A.“ signalisiert, dass die Verantwortung und Entscheidungsbefugnis begrenzt sind. Wer einen Vertrag mit „i.A.“ unterschreibt, kann keine weitreichenden oder unüblichen Geschäfte abschließen, die nur durch Prokura gedeckt wären.
Dadurch bleibt die Entscheidungs- und Handlungsfähigkeit im Unternehmen auf die wirklich zuständigen Personen konzentriert, was die Verantwortlichkeiten klar regelt.
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